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Brief an einen Freund

 
 

 

 

 

 

  Brief an einen Freund               

Die Torah im Neuen Testament

Lieber Thomas

Heute ist Schabbat und ich sitze hier zu Hause, denke viel über die Menschen nach, die sagen: “Jesus ist mein Herr.” Um auf unser letztes Zusammensein zurückzukommen, wo Ihr bewusst das Gespräch so gelenkt habt, um mich zu überzeugen, dass das Gesetz vorbei sei und in Jesus alles vollbracht ist - genau dazu will ich Dir einige Verse aus der Bibel in Erinnerung rufen.

Lieber Thomas, hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, warum Jesus in Matth. 8;4 den Geheilten anweist, das Gesetz (die Torah) zu erfüllen und sagt: “…so, wie Mose angeordnet hat”?

Oder warum sind Moses und Elia auf dem Berg der Verklärung (Matth. 17;3) dem Jesus, Petrus, Jakobus und Johannes erschienen? Mose hatte doch das Gesetz verkündigt, der Römerbrief 7;12 sagt auch “das Gesetz ist heilig und das Gebot ist heilig”!

Wenn du meinst, das Gesetz sei aufgehoben, warum steht in Matth. 5;17: “Ich bin gekom­men, das Gesetz zu erfüllen”, und wenn Du meinst, dass Dein eigenes Gesetz und An­schauungen genügten für das Gebot, warum steht dann in Vers 18, nicht ein Jota vom Gesetz vergehe, bis alles geschehen ist, und Vers 19: “Wer auch nur eines dieser geringsten Gebote auflöst...”?

Wozu sollten die geschriebenen Gebote sein, wenn man sie ignoriert? Warum wird der gesetzestreue Mann Hananias in Apg. 22;12 oder Apg. 21;20-24 erwähnt: “Du siehst, Bruder, wieviel Tausend Juden es gibt, die gläubig geworden sind und Eiferer fürs Gesetz sind”? Weiter heisst es in Apg. 21;24: “Diese nimm zu dir und reinige dich mit ihnen und trage die Kosten für sie, damit sie das Haupt scheren lassen: und alle werden erkennen, dass nichts an dem ist, was ihnen über dich berichtet wurde, sondern dass du selbst auch zum Gesetz stehst und es befolgst.“

Paulus und alle Apostel glaubten genauso wenig wie ich und viele andere Gläubige, dass wir durchs Gesetz gerettet werden. Nur aus Gnade sind wir gerettet durch das Blut des Messias.

Doch Jeschua ist nun mal der Gesetzgeber der Völker, Jes. 55;4 und Galater 3;17-21: “So ist das Gesetz ein Zuchtmeister“ (Gal. 3;24). Wenn etwas vom Zuchtmeister steht, so soll das heissen, dass mit Jesus das Gesetz der Sünde erfüllt ist. Die Gebote dagegen sind wieder eine andere Sache. Denn das kann man dem Vers 12 aus Römerbrief 7 entnehmen, wo geschrieben steht: “Das Gesetz ist heilig und das Gebot ist heilig.” Also ist das Gesetz eine Sache und das oder die Gebote eine andere Sache. Die Gebote sind Anweisungen zum Leben, „…auf dass es dir wohl ergehe und du und deine Kinder lange lebst.” - “Wer sie tut, wird durch sie leben...” (Sprüche 19;6). Es wäre gut, wenn Du, lieber Thomas, Dir Gedanken machen würdest über Gesetz und Gesetzlose und Nichtgläubige.

Und nun Einiges zum Gesetz:

Hebräer 1;9: “Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst, darum hat GOtt dich gesalbt mit Freudenöl...“ oder 2. Korinther 6;14: “Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit mit Ungläubigen“ (da sind 3 Sachen erwähnt).

Ja, lieber Thomas, Du sagst, dass die 10 Gebote genügen. O.K., ich glaube das auch, wenn man sich Gedanken darüber macht, was Jesus da aussprach, als er in Matth. 22;40 sagte: “An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.” Ausserdem steht im vierten der Zehn Gebote, dass wir den Sabbat [nicht den Sonntag] halten sollen (2. Mose 20; 8-11).

Unter den Juden - und Jesus war ein Jude - bestehen 613 Ge- und Verbote. Ungefähr die Hälfte sind GEBOTE, die andere Hälfte Verbote. Also, wer die Gebote übertritt, fällt unter das Gesetz, weil er Verbotenes getan hat. Zu uns ist die Gnade im Messias hinzugekom­men, so dass wir, wenn wir sündigen, in Jesus Vergebung haben. Er hat erfüllt, was damals noch fern war. Er ist das Sündopfer.

In Römer 3;31 steht: “Heben wir nun das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir bestätigen das Gesetz.“ Römer 7;12: “So ist das Gesetz heilig und das Gebot heilig und gut.” Amen.

In Matth. 23;1-3 weist Jesus uns an, auf die zu hören, die “sich auf den Lehrstuhl des Mose gesetzt haben. ... Alles, was sie euch lehren, tut und haltet”, steht da geschrieben. Moses war ein Gesetzeslehrer (Torahlehrer, was der hebräische Ausdruck dafür ist. Torah = Wegweisung, Belehrung)!

Sprüche 19;16: “Wer Gottes Gebote bewahrt, bewahrt sein Leben, wer seine Wege verachtet, muss sterben.“

Und wenn Du meinst, das Gesetz sei aufgehoben, warum steht in Matth. 13;41-42, dass die Gesetzlosen ins Feuer geworfen werden? Und in Matth. 7;21-23: “Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr!’ wird in das Reich der Himmel kommen, sondern wer den Willen mei­nes Vaters in den Himmeln tut. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: ‚Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen als Propheten geredet in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht?’ Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, die ihr begeht, was wider das Gesetz ist.

1. Johannesbrief 2;3-4 sagt: “Und daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: ich habe ihn erkannt, und hält (doch) seine Gebote nicht, der ist ein Lügner und die Wahrheit ist nicht in ihm.”

Und im 1. Johannesbrief 3;4 heisst es: “Jeder, der die Sünde begeht, der begeht auch die Übertretung des Gesetzes, und die Sünde ist die Übertretung des Gesetzes.”

Zu den Seinigen sagt Jesus in Matth. 10;6: “Ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe” - hier werden Ungläubige mit Wölfen verglichen.

Es gibt noch eine weitere Art von Gesetzlosen, und zwar die Ungläubigen, die ohne Gesetz verloren gehen. Ich betone, ich finde keine Stelle, wo steht, sie werden ‚ins Feuer geworfen’, sondern ohne Gesetz ‚verloren gehen’. Ins Feuer geworfen werden die Gesetzlosen, die das Gesetz kennen und nicht tun und es verwerfen. Dazu auch 2. Petrus 2;21: ”Denn es wäre ihnen besser, sie hätten den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt, als dass sie sich, nachdem sie ihn erkannt haben, von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot wieder abwenden.”

Als Jesus dies alles seine Jünger lehrte, da gab es noch kein Neues Testament; auch ist der Ausdruck “Neues Testament” nicht ganz richtig, da Jesus immer auf das so genannt “Alte” hinwies (Tenach im Hebräischen). Die damaligen Gläubigen an den Messias hielten sich an das, was im so genannt “Alten” Testament stand und wie die Apostel - die allesamt Juden waren - es ihnen auslegten.

Jesaja 66;22-23 scheint mir auch sehr wichtig zu sein. Da steht, dass der Ewige Israels in der zukünftigen Welt den Sabbat dazu gebrauchen will, IHN in seiner Macht und Herrlichkeit anzubeten. Warum also sollen wir uns nicht mehr an die Gesetze (Torah) halten, wenn sie in der kommenden Welt im Mittelpunkt der Anbetung des einen, wahren Gottes stehen werden? (Jes. 2;2-4)

Ja, Thomas, ich frage Dich: Wie war es möglich, dass die ersten Kirchenväter aus der Wegweisung und Belehrung Gottes (was die richtige Definition des Wortes „Torah“ ist) eine Liste aus Gesetzen machten, die nur dazu da sind, uns zu verdammen und uns gleichzeitig aus der Gnade Gottes fallen lassen? Kannst Du allen Ernstes nach dem Lesen und Studieren des Psalms 119 behaupten, das „Gesetz“ sei uns eine Bürde und dessen Einhaltung eine Last, die uns von der Gnade Gottes trennt?

„Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich sinne ich ihm nach. – Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz. – Halte fern von mir den Weg der Lüge und gib mir in Gnaden dein Gesetz. – Unterweise mich, dass ich bewahre dein Gesetz und es halte von ganzem Herzen.“ (Psalm 119; 97, 18, 29, 34)

Sind diese Worte für Dich nicht auch Wahrheit? Sagte der Messias aus dem Stamme Juda nicht genau dasselbe? Welches Gesetz will uns Gott im neuen Bund direkt ins Herz schreiben?

„Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. – Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.“ (Johannes 14. 15 / 15. 10)

„Ich will mein Gesetz geben in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. (Hebräer 8;10)

Warum, so frage ich Dich zum Schluss, hat die Kirche all die Segnungen und den neuen Bund nur für sich alleine beansprucht, diesen aber durch ständige Übertretungen gebrochen und so das heilige Wort Gottes ins Lächerliche gezogen? Als wäre dies nicht schon genug des Unrechts, hat die von der Kirche eingeführte Doktrin verlangt, dass die Juden nur noch die Flüche trifft, welche im Gesetz beschrieben sind, denn sie hätten die alleinige Schuld am Tod von Jesus und seien somit all ihrer Verheissungen beraubt.

Lieber Thomas, ob Du es wahr haben willst oder nicht - diese offizielle Lehre der Kirche brachte über Jahrhunderte, ja man muss sagen bis heute, unsägliches Leid über die Kinder Israels. Vieles von dem, was die Kirche immer lehrte, setzten die Nazis in ihrem Vernichtungskrieg gegen die Juden in die grässliche Realität um. Hitler selbst sagte, er tue nichts anderes als was die Kirche 1500 Jahre lang mit den Juden getan hat. Wann endlich kehrt die Kirche um und tut ihre ersten Werke?

„So denke daran, wovon du abgefallen bist, und tue Busse und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstossen von seiner Stätte – wenn du nicht Busse tust.“ (Offb. 2. 5)

Möge Gott alle Finsternis in uns ans Licht bringen, uns Sein Wort und Seine Lehre durch uns gross machen. Amen.

Ich wünsche Dir viel Freude und Erkenntnis beim Studieren.

Erwin

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Stand dieser Seite:  4. August 2005

   
 

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