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Die Unterlassung Christi

 
 

 

 

 

 

 

  Die Unterlassung Christi               

by Aaron J. Shuster, 1. März 2004

Ich weiss nicht, ob Mel Gibson ein Anti-Semit ist oder nicht. Alles was ich weiss, ist, dass „The Passion of the Christ“ (Die Passion Christi) viele wichtige religiöse und historische Fragen aufwirft - Fragen, die von jedem einzelnen Menschen zu bedenken sind.

Am meisten hat mich jedoch schockiert, dass in Mel Gibson’s Film, der in einer Zeitperiode vor zweitausend Jahren spielt, Juden vorkommen. Warum? Während mindestens einhundert Jahren haben Araber und Moslems der Welt erzählt, dass Juden nicht aus Israel kämen und nie dort gelebt hätten. Sie haben allen, die zuhören wollten, erzählt, dass die so genannten „Palästinenser“ - oder arabischen Bewohner des Landes Israel - die wahren Bewohner Israels seien und dass die Juden nichts mehr als ausländische Eindringlinge oder, wie sie sie gerne zu nennen pflegen, „Kolonialisten“ sind.

Weiter noch: Der Film ist völlig von Arabern beraubt, die doch angeblich die wahren Bewohner des Landes Israels seit Zeitgedenken sind. Wie kann das sein? Seltsamerweise gibt es im ganzen Film kein einziges Bild der Al-Aqsa Moschee, noch irgendeine Diskussion darüber. Die muss wohl übersehen worden sein, weil sie ja immer dort gewesen und der Tempelberg bloss eine jüdische Erfindung sei. Die Abwesenheit von Arabern in der Geschichte von Jesus ist eine wichtige Unterlassung, die hinterleuchtet werden muss. Denn schliesslich fragt sich, warum die Araber in einem solch wichtigen Teil ihrer Geschichte ausgelassen werden wollen?

Wenn die arabische Behauptung wahr ist, dass sie seit je die historische Präsenz in „Palästina“ gewesen seien - wie es die Weltgemeinschaft willig akzeptiert hat (weil sie de facto die Schaffung eines arabisch-palästinensischen Staates erzwingt) - wirft dies wichtige Fragen über die Geschichte von Jesus, den Ursprung der Juden sowie die Grundlagen der westlichen Zivilisation auf. 

Lasst uns den arabischen Anspruch betrachten, dass die Juden nicht vom Land Israel stammten und nie dort gelebt hätten. Wenn das so ist, dann wurden tausende von Jahren Weltgeschichte falsch festgehalten, ja gefälscht Dies stellt eine erkenntnistheoretische Herausforderung von bedeutendem Ausmass an die Geschichte und den jüdisch-christlichen Glauben dar. Und am wichtigsten ist, dass - wenn die Araber richtig liegen - dies Mel Gibson’s Film zu nichts mehr als zu einer fantasievollen Erzählung und einer falschen Auffassung degradiert.

Wenn die Juden tatsächlich nicht aus Israel stammen und - bis zu ihrer plötzlichen Invasion um die Wende des 20. Jahrhunderts - nie dort gewohnt haben, dann konnte Jesus niemals jüdisch gewesen sein, noch konnte er, wie es die Evangelien behaupten, von Juden umgebracht worden sein. Gemäss dem arabischen Standpunkt sind ja die Araber seit dem Beginn der Zeit die hauptsächlichen Bewohner Israels. Wenn dieser Standpunkt wahr ist, war Jesus entweder ein Araber oder er hat nie in Israel gelebt. Sollte jedoch Jesus ein Jude gewesen sein und die Geschichte sich so, wie sie überliefert wurde, abgespielt haben, dann muss sie an einem anderen Ort stattgefunden haben, einer Gegend wie vielleicht Babylonien und muss dann wohl später durch die Schreiber der Evangelien auf das Land Israel übertragen worden sein, im Versuch, die Existenz der „wahren“ arabischen Einwohner Israels zu widerlegen. Der Beweis einer grossen jüdischen Verschwörung wäre dadurch offensichtlich.

Wenn jedoch die Kreuzigung von Jesus tatsächlich in Jerusalem stattgefunden hat, dann hat die Geschichtsschreibung vielleicht dort ein Problem, indem sie aussagt, dass Jesus von einer jüdischen Mutter geboren wurde, wenn doch Jesus nie in Israel gelebt hat. Gemäss dieser Version wäre Jesus von Maria, einer Vorfahrin von palästinensischen Arabern, geboren worden, eingebettet in islamische Traditionen, obwohl, unerklärlicherweise, die Religion des Islam erst siebenhundert Jahre später geschaffen wurde. In gleicher Weise sind die direkten Hinweise von Jesus auf die jüdischen Lehren und dem jüdischen Konzept von Gott erstaunlich. Diese Version verlangt offensichtlich einen gewaltigen Glaubensakt ab. Aber ich bin sicher, dass manche dies zu glauben bereit wären.

Wenn wir nun also akzeptieren würden, dass nie Juden in Israel gelebt haben und dass Jesus kein Jude, sondern ein Araber war, dann hatten die Juden nichts mit der Kreuzigung von Jesus zu tun. Erstens haben sie nie dort gelebt - somit muss es unmöglich gewesen sein, dass sie einen Gerichtshof zusammengerufen haben, um Jesus’ Aktivitäten einem Urteil zu unterziehen. Der einzige Weg, auf dem die Version des heute existierenden Neuen Testaments bekannt gemacht werden konnte, war, dass die Juden irgendwie einen Gerichtshof einberufen haben und dann das Urteil nach Israel zu einem Mann sandten, der selbst kein Jude war und in einem arabischen Land predigte, das unter römischer Herrschaft stand (vielleicht, gemäss den Arabern, waren die Römer nie wirklich in Israel – eine weitere jüdische Verschwörung!). Oder vielleicht wurde von den Juden ein Gerichtshof einberufen, dem Weltgerichtshof in Den Haag nicht unähnlich, der ein Urteil in einer Sache erteilte, über die er keine Zuständigkeit hatte. Eine Sache, die diese Version jedoch nicht erklärt, ist, warum die arabischen Einwohner Israels sich gegenüber einem ausländischen, jüdischen Gerichtsurteil an einem ihrer Einwohner unterordneten? Offensichtlich ist eine tiefer gehende Untersuchung in diesem Bereich notwendig.

Zweitens konnte dann keine rufende Volksmenge von Juden gegenwärtig gewesen sein, die den Tod von Jesus forderten, wie es uns Mel Gibson glauben lassen will. Die einzige Art, wie dies möglich gewesen wäre, ist, wenn tausende von Juden von einem anderen Land nach Israel gebracht worden wären, um die Kreuzigung von Jesus zu sehen und schreiend seinen Tod zu verlangen. Vielleicht war es ein geldgieriger Mob, der, möglicherweise, auf römischen Schiffen von der Insel Manhatten, auch bekannt als „Hymietown“ auf solche Exkursionen gesandt wurde. Von dieser Insel stammen die Juden, wie uns Mr. Gibsons Vater glauben machen will (es gibt einen Bericht von Josephus über einen jüdischen Mob, der an ein Konzert von Jethro Tull im Paladium geführt wurde).

Aber es gibt ja noch eine weitere Möglichkeit: Die Geschichte von Jesus ist eine ausschliesslich arabische Geschichte. Vielleicht lebte Jesus in Israel, aber nicht als Jude, wie es die meisten Berichte vermuten, sondern als Araber in einem arabischen Land. Wenn dies der Fall ist, dann muss es ein arabisches Gericht gewesen sein, welches das Urteil gefällt hat und eine arabische Volksmenge, die die Kreuzigung verlangte. Gemäss dieser Version haben die Römer die Bitte der Araber erfüllt, indem sie Jesus kreuzigten. Es waren die Araber, die gesagt haben: „Möge sein Blut über uns und unseren Kinder sein.“

Offensichtlich weist diese Version – gemäss islamistischen Gelehrten die wahre Version – sehr viele Abweichungen auf. Über tausende von Jahren wurden die Juden für den Tod eines Mannes beschuldigt, der nicht einmal jüdisch war, auch waren sie nicht am Tod Jesu beteiligt, da sie nie in Israel gelebt haben. Wie eine Figur in einer Geschichte von Kafka, wurde den Juden durch die Geschichte hindurch über eine Sache nachgestellt, mit der sie nichts zu tun hatten.

Gemäss der arabischen Version der Geschichte mussten es somit die Araber gewesen sein, die Jesus töteten und das Christentum muss aus der frühen islamischen Theologie hervorgegangen sein. Deshalb ist die gesamte westliche Zivilisation auf dem Irrtum gegründet, dass das Christentum dem Judentum entsprang. Über tausende von Jahren haben Juden und Christen eine Lüge gelebt – es gibt überhaupt keine Verbindung zwischen dem Judentum und dem Christentum. Diese Schlussfolgerung wird offensichtlich wichtige Auswirkungen für die westliche Zivilisation haben. Das Christentum ist in Wirklichkeit im Islam begründet, nicht im Judentum, wie wir fälschlicherweise in den letzten zweitausend Jahren zu glauben geleitet wurden.

Wenn diese Version jedoch nicht wahr ist, ergibt sich daraus ein bedeutendes Bild.

Die Araber lebten zur Lebzeit von Jesus nicht im Land Israel und waren, gemäss jüdischen wie auch römischen Historikern, keine bemerkenswerte Präsenz. Dies bedeutet, dass irgendwann in der Zeit zwischen dem Tod von Jesus und heute die Araber in das den Juden gehörende Land eindrangen und eine Moschee auf der heiligsten Stätte des gesamten Judentums bauten und das Land kolonisierten.

In diesem Fall hat jemand eine grosse Lüge verbreitet. Wenn die Geschichte über Jesus „ist, wie sie war“, macht dies alle Ansprüche der Araber auf das Land Israel ungültig. Es zeigt, dass die Juden in Israel gelebt haben und tatsächlich die ursprünglichen Bewohner waren und, de facto, einen Anspruch auf ihr Heimatland haben.

Mel Gibson’s Film hat vielleicht eine völlig unvorhergesehene Konsequenz: Die arabischen Kolonialisten mögen realisieren, dass Israel nicht das Land ihres Ursprungs ist. Vielleicht mögen sie auch realisieren, dass sie selber die Kolonialisten sind und dass es Zeit ist für sie, zusammenzupacken und in die Länder, von welchen sie stammen, zurückzugehen – östlich des Jordan Flusses.

Es mag vielleicht auch die richtige Zeit sein, die Al-Aqsa Moschee an ihren eigentlichen Ort zu setzen und einen historischen Irrtum zu korrigieren. Denn schliesslich starb Mohammed tausende von Kilometern weit von Jerusalem entfernt. Die Moschee sollte wirklich dort gebaut werden, wo er starb, denn dort war der Ort, von welchem er „gewiss in den Himmel aufstieg“. Dies gilt natürlich nur, wenn er sich nicht, aus unerklärlichen Gründen, astral nach Jerusalem versetzen liess, um von dort in den Himmel zu steigen. Einmal mehr wäre auch hier ein anstrengender Glaubensakt notwendig.

Es scheint, dass Mel Gibson’s Film wichtige erkenntnistheoretische und theologische Fragen aufwirft, die beantwortet werden müssen. Dies erinnert mich an die berühmte Geste von Pontius Pilatus gegenüber Jesus am Kreuz, als er fragte: „Was ist Wahrheit?“ Diese Frage scheint wichtiger denn je.

Entweder lebten die Juden in Israel und sind das einheimische Volk dieses Landes, oder sonst sind es die Araber. Wer sagt die Wahrheit? Ich weiss es nicht und bestimmt will ich nicht derjenige sein, der den ersten Stein wirft. Alles, was ich weiss, ist, dass eine Person für solche Unterlassungen gekreuzigt werden könnte.

___

Arutz Sheva IsraelNationalNews.com

Ins Deutsche übersetzt von Gordon Merk

 


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Stand dieser Seite:  16. August 2005

   
 

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