Sie sind hier:

Judah - das jüdische Volk /
Ein Ruf nach Psalmen

 
 

 

 

 

 

 Ein Ruf nach Psalmen

von Michael Freund, ehemaliger stellvertretender Kommunikationsdirektor des Regierungsbüros von Benjamin Netanjahu

Genug ist genug.

In den letzten 11 Jahren mussten wir mit Bestürzung zusehen, wie Israel in eine Katastrophe hineinschleuderte. Aller Logik zum Trotz hat der jüdische Staat seine Feinde bewaffnet, Gebiete ihrer Kontrolle übergeben und damit die Sicherheit seiner eigenen Bürger untergraben.

So viele Israelis wie noch nie starben. Busse wurden in die Luft gesprengt, Cafés wurden angegriffen und dennoch drängten unsere Führer nach vorne, tauchten Kopf voran in den Abgrund.

Es machte keinen Sinn. Unsere Feinde brachen jedes Versprechen, verletzten jedes Abkommen und fuhren fort, uns zu töten. Aber je mehr sie sich so verhielten, desto mehr fuhr Israel mit dem Rückzug fort.

Während dieser Zeit gingen wir auf die Strasse, schrieen um Hilfe und setzten uns dafür ein, dass dieser Wahnsinn endet. Protestveranstaltungen wurden gehalten, Versammlungen wurden einberufen und Petitionen wurden unterschrieben. Wir versuchten, unsere Volksvertreter zu beeinflussen, indem wir sie drängten, aktiv zu werden.

Fax-Mitteilungen, E-Mails, Inserate in den Zeitungen, Artikel und Editorials, Reden, Treffen: Was haben wir nicht versucht, als wir Israel, das Land und das Volk, vor der drohenden Katastrophe retten wollten?

Und jetzt, nach so vielen Anstrengungen, Opfern und Leiden, als es zuletzt klar schien, dass Israel schließlich siegen würde, kommt Ariel Sharon daher und erklärt die Niederlage. Der Mann, welcher sein Ansehen darauf gebaut hat, jüdische Siedlungen zu gründen, möchte sie nun räumen.

Und so sehen wir uns nach 11 Jahren Oslo-Friedensabkommen, nachdem hunderte von Juden getötet und tausende verwundet wurden, einmal mehr mit der Aussicht eines weiteren Rückzuges konfrontiert.

Die Ironie dieses Schicksals ist zu grausam, um darüber nachzudenken. Es kann doch nicht sein, dass das jüdische Volk während Jahren palästinensischem Terror widerstanden hat, nur um danach durch seine eigene Regierung aus ihren Häusern vertrieben zu werden.

Es kann doch nicht sein, dass diese Aufopferung und Entschlossenheit, welche das jüdische Volk gezeigt hat, indem es sein Land wieder aufgebaut hat, umsonst gewesen ist.

Das kann einfach nicht sein.

Und doch, hier stehen wir, alle unsere Möglichkeiten sind scheinbar erschöpft. Die Diplomatie hat fehlgeschlagen, die Politiker haben uns enttäuscht, und die Welt hasst uns immer noch, sogar mehr als zuvor.

In den letzten beiden Wahlen hat die Mehrheit der Israelis Parteien gewählt, welche versprachen, die Kapitulation zu stoppen; welche gelobten, dass sie den Terror bekämpfen würden und nicht seine Opfer. Sie versprachen uns Standhaftigkeit, demonstrierten aber Zerbrechlichkeit.

Wir taten, was die Welt von uns wollte, haben uns aus Teilen unseres angestammten Heimatlandes zurückgezogen, haben Orte übergeben, wo unsere Vorväter begraben sind und wo die Propheten Israels wandelten.

Wir setzten unser Vertrauen auf Menschen, und das war vielleicht unser grösster Fehler. Rechts ist links und links ist falsch, und die Palästinenser fuhren fort, jüdisches Blut zu vergiessen.

Es scheint, dass wir uns nirgendwohin mehr wenden können, weil niemand mehr da ist, in den wir unser Vertrauen setzen können.

Niemand, ausser Gott.

Es mag töricht tönen, oder sogar naiv. Aber all unser Hightech Know-how und unsere militärischen Fähigkeiten, unsere wissenschaftlichen Fortschritte und die drahtlose Technologie hatten keinen Erfolg darin, Israel aus der aktuellen Klemme zu befreien. Unsere modernen Lösungen sind fehlgeschlagen, warum also nicht zu der Weisheit von Vorgestern zurückkehren?

Tatsächlich - während der gesamten Geschichte hat das jüdische Volk stets auf seinen Vater im Himmel als eine Quelle der Stärke und der Unterstützung geschaut. Während der dunkelsten Tage des Exils war die Kraft des Gebets unsere mächtigste Waffe. Es ist Zeit, dass wir diese Waffe einmal mehr einsetzen.

Freunde und Befürworter Israels sollten eine internationale Kampagne lancieren, ein Ruf nach Psalmen, welche Juden, Christen und andere vereinen würde im Gebet für das Wohl des Landes. In Synagogen, Kirchen und in Anbetungshäusern sollten Abschnitte aus dem Psalm-Buch von König David gelesen werden, deren Kraft und Schönheit unübertroffen blieben, obwohl seither mehrere tausend Jahre vergangen sind.

Rabbiner und Kantoren, Pastoren und Priester sollten ihre Herde jede Woche dazu aufrufen, für Israel zu beten. Gemeinsam müssen wir den Himmel stürmen und unsere Stimme erheben in dieser Stunde der Not für das jüdische Volk.

Wenn mehr Gemeinden daran teilnehmen, könnte der Ruf nach Psalmen in einem internationalen Tag des Gebetes in Jerusalem gipfeln, ein hingebungsvolles Bitten um Erbarmen von oben.

Stellen Sie sich einmal vor, was für eine Wirkung dies auf Millionen von Menschen auf der ganzen Welt haben würde, wenn sie sich zur gleichen Zeit im Gebet vereinen würden. Der Widerhall könnte nicht ignoriert werden. Er würde von Washington bis nach Tokio und darüber hinaus gehört werden.

Viele Menschen fragen sich, wie sie eine Rolle im Verändern von Dingen spielen können. Jeder von uns möchte einen Unterschied machen, den Lauf der Ereignisse beeinflussen, aber oft fühlen wir uns kraftlos, etwas zu bewegen.

Gerade darum ist das Gebet so wichtig, besonders in diesem Fall, weil es jeden Einzelnen, ob arm oder reich, heilig oder sündig, befähigt und ermöglicht, ein gemeinsames Band zu schmieden, während wir unsere Unterschiede im Interesse des jüdischen Staates überbrücken.

Zyniker werden diese Idee ohne Zweifel verspotten und über solch einen "einfachen" Glauben lachen. Wir sollten jedoch nicht auf sie achten. Immerhin haben wir es ihrer "fortschrittlichen" Agenda zu verdanken, dass sich Israel in seiner heutigen so schwierigen Lage befindet.

Es ist eine Tatsache, dass kein Gebet umsonst ist. Wie König David selbst schrieb: "Gott ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernsthaft anrufen (Psalm 145:18).

Jetzt, mehr denn je, ist für uns die Zeit, dies zu tun.

Weil ER uns - nicht wie unsere Führer - nie enttäuschen wird.

___

Übersetzung aus dem Englischen: Gabriela Michel, 13. Februar 2004

5 5 zurückblättern

 


click

 
       
       
                       
           
   

Startseite

       
   

Jerusalem - Yerushalaim - Zion

     
   

Judah - das jüdische Volk

       
   

- Israel

     
   

Judenverfolgung - Judenvernichtung

       
   

Bücher und Schriften

     
   

Hilfe für Terroropfer

       
    Impressum + Links      
   

Verschiedenes + Aktuelles

     
           
       
 

Stand dieser Seite:  31. August 2005

   
 

webmaster

   
             

13