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Judenverfolgung - Judenvernichtung
Rav Shaul: Eingepfropft sein

 
 

 

 

 

Was meinte Rav Shaul mit „eingepfropft“ werden in den edlen Ölbaum, wider die Natur ?

Es ist interessant festzustellen, dass sich nur wenige Christen mit den Kapiteln 9–11 im Römerbrief auseinandersetzen und sich fragen, was diese Worte für sie zu bedeuten haben. Wenn wir wirklich erkennen würden, was der jüdische Apostel hier meinte, als er diese Kapitel niederschrieb, dann müsste sich unsere Einstellung zum jüdischen Volk eigentlich grundlegend ändern.

Die Juden sind und bleiben das von Gott auserwählte Volk. An ihnen möchte der Gott Israels der ganzen Welt seinen Charakter und seinen Heilsplan zeigen. Gott hat sich diesem - menschlich gesehen - unbedeutenden Volk mit besonderer Liebe zugewandt, um an ihm seine Liebe, seinen Retterwillen und seine Heiligkeit zu offenbaren.

„Du bist ein dem HERRN, deinem Gott, geweihtes Volk, und dich hat der HERR aus allen Völkern, die auf Erden sind, für sich erwählt, dass du sein Eigen seiest.“ (5. Mose 14:2)

„Ich habe dich zum Licht der Heiden gemacht, dass du seiest mein Heil bis an die Enden der Erde.“ (Jesaja 49:6)

Trotz Blindheit und Taubheit, trotz manchem Versagen Israels hat Gott nicht aufgehört, dieses Volk in besonderer Weise zu lieben und der Welt zum Segen (oder aber auch zum Fluch) zu setzen.

„Ich liebe euch ... Ich, der HERR, habe mich nicht geändert, und ihr habt nicht aufgehört, Söhne Jakobs zu sein.“ (Maleachi 1:2 / 3:6)

Warum sind diese Aussagen so wichtig?

Rav Shaul schreibt im Brief an die Römer in Kap. 11, Verse 17-18 Folgendes:

„Wenn aber nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums, so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.

Aus den Worten Rav Shaul’s sehen wir, dass die „Heidenchristen“ dazugekommen sind, weil ein paar Zweige, die ungehorsam waren, ausgebrochen worden waren. Aber es ändert nichts an der Tatsache, dass die Wurzel (nämlich das jüdische Volk) uns (aus den Heiden) weiterhin trägt! Das Fundament bleibt das gleiche. Wir sollten uns also nicht rühmen und erheben – über die Juden. Denn wegen ihres Ungehorsams bekamen wir Anteil am edlen Ölbaum, der uns nährt! Auch hat Gott sein Volk um der Gläubigen aus den Nationen willen verstockt, damit auch wir (die Nichtjuden) eine Möglichkeit bekommen, an den Verheissungen Israels  teilzunehmen.

Rav Shaul fährt weiter in Vers 19 und 20:

Nun sprichst du: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde. Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich!

Wir werden aufgefordert uns zu fürchten, damit wir nicht stolz werden. Warum? Weil Gottes Zusagen nach wie vor ihre Gültigkeit haben. Er bleibt seinem Wort für immer treu, und damit auch seinem Volk! Denn das ist Gottes Gnade, dass er uns Heiden einpfropft in seinen edlen Ölbaum, damit auch wir gerettet würden!

Wie wir ja bereits an der Geschichte der frühen Kirche gesehen haben, geschah aber genau das Gegenteil! Die junge Kirche löste sich von den jüdischen Wurzeln und trennte sich nachher vollständig vom „edlen Ölbaum“, der sie doch nähren sollte! Damit löste sich die Kirche genau genommen auch von Gottes Heilsplan und seinem Wort! Seit dieser verhängnisvollen Entscheidung, welche die Kirche in ihren frühen Jahren getroffen hatte, folgte sie nicht mehr dem Gott Israels, sondern dem Verführer dieser Welt (1. Joh.3.8-10).

Die zu Macht aufstrebende Kirche erkannte nicht, dass Gott seinen Sohn dahin gegeben hat, damit auch die Trennung zwischen Juden und Heiden fallen sollte, und wir in dem Messias Israels eins seien (Gal. 3.28-29; Röm. 10.12)!

In dem Moment, in welchem sich die institutionalisierte Kirche von den Juden getrennt hatte, gab der Widersacher Gottes der Kirche (Rom) die Macht und Ehre, die Yeshua (Jesus) anzunehmen verwei­gert hatte (Luk. 4.4-8; Offb. 13.2; 17.9+18).

Dadurch, dass sich Satan in einen Engel des Lichts verkleidet hat und sich seine Diener als Diener der Gerechtigkeit ausgeben (die abgefallene Kirche), ist er fähig, diejenigen zu betrügen, die auf Erden wohnen. 

Dieser Betrug zeigte sich zum Beispiel darin, dass die abgefallene Kirche von nun an plötzlich lehrte, dass das Christentum die heilige Wurzel sei; und jede Anstrengung wurde unternommen, um Juden gegen die Natur in diesen „Baum“ zu pfropfen, dessen Saft „Rettung“ geben sollte.

Natürlich lehnte die Masse der Juden ab. Die Kirche wählte daraufhin das Mittel der Zwangstaufe. Das war der Anfang unermesslichen Leidens des eigentlichen Volkes Gottes. Niemand ausser Gott weiss die genaue Zahl der Millionen Juden, die wegen der hartnäckigen Abwehr, den Glauben der abgefallenen Kirche anzunehmen, umgebracht wurden!

Die Kirche – nun ohne geistliche Verbindung zu Jerusalem - fing seit diesen Tagen an, die Aus­erwählten und Heiligen zu verfolgen und zu ermorden. In totaler Missachtung des Wortes Gottes, zum Beispiel von Jesaja 2.3, wo es heisst:

...und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn  gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass Er uns lehre Seine Wege und wir wandeln auf Seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung (Torah) ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem

Die Kirche hat sich von ihrer jüdischen Wurzel abgeschnitten und glaubte nun, selbst das Königreich Gottes auf Erden zu sein, mit dem Haus (Tempel 2. Thess.2.4) Gottes in der Stadt der sieben Berge (St. Peter = Rom, Offb. 17.9,18).

Als die Kindertaufe die Erwachsenentaufe ersetzte und die Konfirmationszeremonie erfunden wurde, hatte man die Idee der Notwendigkeit, in den „guten Ölbaum“ eingepfropft zu werden, total vergessen. Wenn jemand nicht eingepfropft war, so korrigierten Taufe und Konfirmation das Makel!

Je mehr wir erkennen, was wirklich geschehen ist in den Anfängen der Kirche, umso mehr Bedeutung bekommen die Worte von Rav Shaul im Römerbrief. In den Versen 21 und 22 im Kap.11 fährt er fort:

Hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, wird er dich doch wohl auch nicht verschonen. Darum sieh die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst gegenüber denen, die gefallen sind, die Güte Gottes aber dir gegenüber, sofern du bei Seiner Güte bleibst; sonst wirst du auch abgehauen werden.

Hätten die frühen Kirchenväter die klare Botschaft, eingepfropft zu sein in den jüdischen Ölbaum, von Anfang an verstehen wollen, wäre es nie zu diesem traurigen Vermächtnis antisemitischen Hasses aus den christlichen Kirchen gekommen. Der Irrtum der Ersatztheologie verhält sich wie ein böses Krebsgeschwür innerhalb der Kirche, welches nicht nur die Ursache dafür war, dem Wort Gottes - hinsichtlich dem jüdischen Volk und Israel - Gewalt anzutun, sondern es machte uns zu einem Instrument des Hasses und nicht der Liebe im Namen Gottes.

Sollten wir uns nicht nach diesem fast 2000-jährigen Irrweg der Kirche neu auf das Wort Gottes und dessen Verheissungen besinnen und umkehren? Zurück an den Platz, den Gott uns gegeben hat, an der Seite seines Volkes?

Denn heute, gerade mit dem schlimmsten Holocaust hinter uns, sind sich viele Christen bewusst, dass sie Lügen von ihren Vätern geerbt haben (Jeremia 16.19).

Der Antisemitismus ist die Folge der Trennung der Kirche von den Juden! Wir sind es unseren „geringsten Brüdern“ (Matth. 25. 31-46) schuldig, uns mit ihnen zu versöhnen und sie zu lieben – mit Taten, nicht nur mit Worten!
 

Einpfropfen bedeutet nicht, einfach nur für Israel zu schwärmen, sondern auch das zu tun, was der Gott Israels von uns verlangt. Gottes Zeugen sind und waren immer: die Juden (Jes.43.10,12,21; 44,6!).

Jeder, der wünscht für Gott zu zeugen, muss dem Lamm folgen, wo immer es hingeht; und das Lamm wird in Jerusalem gefunden werden, wenn das Tier zusammen mit den zehn Königen gegen das Lamm Krieg führen wird (Offb.14.4; 17. 12-14). Bei dem Lamm werden gefunden werden: Die Berufenen, die Auserwählten und die Treuen (Sach.14.3-4).

...und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jes.59.20; Jer.31.33) „Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. (Röm.11.26) Amen.

Einpfropfen – ein schmerzhafter, aber notwendiger Prozess – gemäss den Absichten Gottes.

  • man wird zuerst entwurzelt (abgeschnitten von alten Traditionen)

  • es schmerzt

  • man muss neu eingepfropft werden (bevor man stirbt)

  • eine Zeit der Anpassung und Leiden (Anwachsen bzw. neues Lernen)

  • bis man vom neuen Saft gespiesen wird!

  • so gibt es einen „edlen Ölbaum“, mit verschiedenen Zweigen – aber derselben Wurzel, die den ganzen Baum nährt!

(Aus unserer Schrift: „Der wilde Olivenzweig – Nr.3“ /S.30-3)

Und es geschah des Herrn Wort zu mir. Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig. Und der Herr sprach zu mir: Du hast recht gesehen, denn ich will wachen über meinem Wort, dass ich’s tue. (Jeremia 1:11-12)

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Documented by Erwin Jenni / Dezember 2001

© by Erwin & Christine Jenni

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Stand dieser Seite:  2. Oktober 2005

   
 

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