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Eine Antwort vom Oberrabbiner von Efrat, Shlomo Riskin

(IsraelWire-11/3) Die folgende, nicht redigierte Antwort wurde im Anschluss an den Angriff auf die Tiferet Avot-Synagoge in der Gush Etzion-Gemeinde Efrat am Freitag, 27. Oktober 2000 herausgegeben.

Sie wurde von Rabbiner Shlomo Riskin, Oberrabbiner von Efrat, Israel, unterbreitet (Rabbiner Riskin ist der frühere Hauptrabbiner der Lincoln Square Synagogue an der Upper West Side von Manhattan).

Meine Synagoge wurde letzte Nacht entweiht. Sie stand stolz im Zentrum von Efrat, der Bau war nur ein Jahr zuvor beendet worden und sie war schon jeden Sabbat und Festtag überfüllt. Sie wurde mit Farbspray über den Wänden der heiligen Lade mit arabischen Worten voller Hass und Todesdrohungen entweiht. Sie wurde mit Hakenkreuzen rund um alle unsere heiligen Gegenstände entweiht.

Als Rabbiner von Efrat ist es meine Synagoge - aber es ist auch Ihre Synagoge. Es ist die Synagoge von jedem Juden, nicht nur innerhalb Israels, sondern weltweit. Es ist Ihre Synagoge und Ihre Kirche, denn die von den Tätern ausgedrückte Botschaft, dieser niederträchtigen Entweihung ist die Botschaft von Nazismus und Hitlerismus, Rassismus und Hass.

Das Hakenkreuz war das Symbol, Hitler das Modell dazu. Rassenhass richtet sich vielleicht gegen die Israeli, fährt weiter bei den Juden - aber dann erstreckt er sich auf Christen und Amerikaner und alle, die nicht moslemische Fundamentalisten sind. Damit sehen Sie, dass es Ihre Synagoge ist. Und dann auch Ihre Kirche.

Dies war eine schwierige Zeit für uns in Israel, aber es war auch eine Zeit, in der unsere Augen geöffnet wurden. Die PA (Palästinensische Autorität) und vor allem ihr Führer, Jassir Arafat, hat seine wahren Absichten enthüllt. Nachdem er das grosszügigste Kompromissangebot - 92% der West Bank, Souveränität über den arabischen Teil Ostjerusalems und teilweise extraterritoriale Kontrolle über den Tempelberg - abgelehnt hat, entschied er sich für böswillige Gewalt, womit er deutlich ausdrückte, dass er nicht aufhören würde, bis er die ganze Souveränität über Jerusalem und das Rückkehrrecht der Palästinenser bis zu den Grenzen vor 1947 erhielte, was im Klartext das Ende des Staates Israel bedeuten würde.

Mit der Entweihung der Efrat-Synagoge hat er noch eine Absicht ausgedrückt. Die PA hat den Nahostkonflikt zwischen Israel und den Palästinensern in einen Religionskrieg von Moslemfundamentalisten gegen Juden und das Judentum abgewandelt. Ein solcher Krieg kann überhaupt keinen Kompromiss zulassen, ein solcher Krieg erstreckt sich über Israel hinaus und in die ganze Welt hinein. Der Anblick unserer mit Hakenkreuzen entweihten Synagoge ruft Anblicke von zerbrochenem Glas und verbrannten Torah-Rollen in Erinnerung: Kristallnacht - 9./10. November 1938.

Wir sind aber dankbar, dass jetzt das Jahr 2000 ist, und wir Juden in Israel eine israelische Armee und eine israelische Polizei haben, welche die Schänder der Justiz vorführt und diese Runde der Gewalt beendet. Die entweihte Synagoge heisst Tiferet Avot, der Ruhm unserer Väter; und der moderne Staat Israel ist in der Tat ein passendes und ruhmreiches Tribut an die Generationen unserer Vorfahren, die ins Exil geführt und verfolgt wurden durch rassistische Völker, welche uns auslöschen wollten. Die Botschaft von Israel bleibt: Od Avinu chai -Unser Vater im Himmel lebt noch immer, und unsere irdischen Väter und Mütter, die vor uns kamen, starben nicht vergeblich. Wir werden sicherstellen, dass unsere Enkel und unsere Urenkel in der Lage sein werden, stolz in der Synagoge von Efrat zu beten oder auch alle kommenden Generationen.

Aber es war nicht nur meine Synagoge, die letzte Nacht entweiht wurde, es waren Ihre Synagogen und Ihre Kirchen. Sie, die Welt im grossen Ganzen, schwiegen zum grossen Teil zwischen 1939 und 1945 - bis der Nazigrossbrand sie persönlich berührte, und Sie wurden nur im letzten Moment gerettet. Werden Sie denselben Fehler wieder begehen? Im Licht der Worte und Taten der Palästinensischen Autorität in ihrem Krieg gegen die Juden, wagen Sie es noch, zu schweigen? ◊

Rabbiner Shlomo Riskin, Oberrabbiner von Efrat, Israel

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Stand dieser Seite:  6. Juni 2005

   
 

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